

Eichenprozessionsspinner
der unscheinbare Schmetterling mit seinen gefährlichen Raupen
Der Eichenprozessionsspinner ist ein unscheinbarer, graubrauner Nachtfalter.
Die Spezies besiedelt unter anderem Eichenbäume: Die Raupen kriechen bei Ortswechseln gerne kollektiv in einer oder mehreren dicht beieinander liegenden Reihen – ähnlich einer kirchlichen Prozession von Menschen. Davon leitet sich der Artname ab.
Beim Menschen können die winzigen Brennhaare der Raupen bei Hautkontakt eine allergische Raupendermatitis auslösen. Auch bei Tieren sind Reaktionen bekannt. Insbesondere bei Hunden und Katzen, die die Raupen aus Neugier beschnüffeln oder aber jagen und verzehren, können schwere Erkrankungen auftreten. Die Art gilt als gesundheitlich problematisch.
Sie leben gesellig und gehen in Gruppen von 20 bis 30 Individuen im „Gänsemarsch“ auf Nahrungssuche, daher der Name „Prozessionsspinner“. Die älteren Raupen ziehen sich tagsüber und zur Häutung in Raupennester (Gespinste), die bis zu einem Meter lang werden können, am Stamm oder in Astgabelungen von Eichen zurück. Ab dem dritten Stadium entwickeln sich bei den Larven Brennhaare mit Widerhaken, die ein Nesselgift, das Thaumetopoein, enthalten.
Die Raupen ernähren sich von den Blättern ihrer Wirtsbäume. Sie fressen die gesamte Gewebefläche der Blattspreite und verschmähen dabei lediglich die Mittelrippe und stärkere Seitenrippen des Blattes. Sie gelten als Schädlinge, da sie Lichtungs- oder Kahlfraß verursachen. Bei mehrjährigem starkem Auftreten kann der Baum direkt oder durch Folgeerscheinungen geschädigt werden.
Gefahr durch Raupenhaare: Die Eichenprozessions-Raupen sind dicht behaart: Neben den sichtbaren großen Borsten besitzen sie feine, kaum erkennbare Härchen. Diese können beim Menschen schwere allergische Reaktionen auslösen, die von unangenehmen Hautreizungen, wie Pusteln und Quaddeln, bis hin zu schwerwiegenden Symptomen wie Asthma und akuter Atemnot reichen.
Entfernung nur durch Spezialisten: Aufgrund der gesundheitlichen Risiken dürfen die Raupen des Eichenprozessionsspinners ausschließlich von Fachleuten und unter Verwendung spezieller Schutzkleidung entfernt werden.

